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Kattaka (12), freut sich auf Heiligabend. Das Einzige, was sie und ihre Eltern - ihre schwangere Mutter Margarete und ihr Vater Daniel noch brauchen, ist ein Weihnachtsbaum. Und den holen sie sich zusammen mit Kattakas bestem Freund Knäcke und der Nachbarin Lene Graumann. Die alte Lene redet zwar wenig, qualmt viele Zigarillos und kurvt dauernd mit ihrem alten Barkas-Kleinbus durch die Gegend, aber das mit dem Fällen von Tannenbäumen hat sie wirklich drauf. Jetzt kann Weihnachten endlich kommen. So könnte das Leben immer sein. Aber dann kommt alles ganz anders.


Mitten in der Weihnachtsbescherung klingelt das Telefon. Kattaka erfährt, dass nicht Daniel ihr leiblicher Vater ist, sondern ein gewisser Alexej, ein russischer Seemann aus Wladiwostok. Kattakas Eltern haben ihr das die ganze Zeit über verschwiegen. Kattakas Welt bricht zusammen. Ihr leiblicher Vater ist ein Fremder, der nicht die geringste Ahnung hat, dass es sie gibt.


Kattaka ist so wütend und enttäuscht, dass sie nicht einmal mehr mit ihren Eltern reden möchte. Sie fühlt sich in ihrer Familie als Fremde, will nur noch weg und sich auf die Suche nach ihrem leiblichen Vater machen. Kattaka findet heraus, dass ihr russischer Vater auf einem Containerschiff arbeitet, das derzeit im Hafen von Stettin liegt und den möchte sie nun so schnell es geht treffen. Die alte Lene merkt, wie dringend Kattakas Wunsch ist und bietet an, mit ihr nach Polen zu fahren. Was keiner weiß ist, dass Lene selbst schon ein Leben lang auf der Flucht vor ihrer eigenen Vergangenheit lebt. Den Krieg, ihre Flucht aus Masuren und den Verlust ihrer Eltern hat sie ihr Leben lang verdrängt.
Kattakas Eltern merken, dass sie ihre Tochter ziehen lassen müssen, um sie nicht zu verlieren und willigen ein. So machen sich Lene und Kattaka mit dem Barkas auf den Weg nach Polen. Als sie nach Stunden in eine Polizeikontrolle geraten, entdecken sie, dass sie einen blinden Passagier an Bord haben: Knäcke! So ein Abenteuer lässt der sich natürlich nicht entgehen und außerdem kann er Kattaka doch bei der Suche nach ihrem Vater nicht im Stich lassen...
Als die drei in Stettin ankommen, ist das Containerschiff aber bereits Richtung Danzig ausgelaufen. Lene, Kattaka und Knäcke entscheiden hinterher zu fahren. Je weiter sie ihre Reise nach Osten führt, desto deutlicher spürt Kattaka, dass Lene ein Geheimnis mit sich herumträgt, das mit dem kleinen Schlüssel an ihrer Halskette zu tun hat.


In der Danziger Hafenkneipe ‚Zur Fledermaus‘ treffen die Drei den jungen Polen Waldek und seinen Großvater, die anbieten, Kattaka zu helfen. Doch als Kattaka dann ihrem Vater auf dem Schiff gegenübersteht, verlässt sie der Mut zur Wahrheit und sie läuft weg. Trotzdem ist die gemeinsame Reise noch nicht zu Ende. Kattaka bringt Lene dazu, all ihren Mut zusammen zu nehmen und weiter nach Masuren zu fahren, wo sie den Bauernhof finden, den Lene in den Kriegswirren im Winter 1945 unter dramatischen Umständen verlassen musste. Am Ort ihrer Kindheit kann Lene endlich die Halskette mit dem Schlüssel ablegen und Frieden mit ihrer Vergangenheit schließen. Von Lenes Handeln
beeindruckt, fasst sich Kattaka ein Herz, ihren Vater zu treffen. In Danzig sind währenddessen schon Kattakas Eltern angekommen, die ihr in Sorge nachgereist sind. Inmitten der Aufregung setzen bei Margarete die Wehen ein...
Nach einer aufregenden Silvesternacht stehen Kattaka und Lene am Bus. Eine wichtige Reise liegt hinter ihnen, ein neues Jahr beginnt. Die große Schwester Kattaka weiß jetzt ganz genau, wo sie hingehört – und sie weiß auch, was Vater auf Russisch heißt.

 

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